Bevölkerungspolitik und Menschenrechte. Journalistische Untersuchung zur Situation in Peru

Der Bericht von Maria-Christine Zauzich ist eine stets sachliche, fundiert recherchierte, immer um Abwägung bemühte und dennoch in weiten Teilen atemberaubende Lektüre. Die Legende einer „gut gemeinten“, aber durch mancherlei „Übertreibungen“ und „Abirrungen“ in Misskredit geratenen staatlichen Bevölkerungspolitik in Peru lässt sich nach diesem Bericht weniger denn je aufrecht erhalten. Richtig ist vielmehr: Die Bevölkerungspolitik Perus war über einen längeren Zeitraum so angelegt, dass eine Unzahl von Missbräuchen und Menschenrechtsverletzungen wenn nicht direkt angestrebt, so doch durch die Konzeption und Ausrichtung der Maßnahmen programmiert war. Sie steht mit ethischen Mindeststandards und auch mit den Vorgaben der Weltbevölkerungskonferenz von 1994 in keiner Weise in Einklang. Die Publikation dieser Studie soll dazu beitragen, eine solche Politik öffentlich zu diskreditieren und so ihre Wiederholung – und sei es auch in subtilerer und raffinierterer Form – zu verhindern. Sie richtet an alle Verantwortlichen zugleich die Frage, wie mit den Opfern der Sterilisationskampagnen, von denen viele auch heute noch unter den psychischen und manchmal physischen Folgen des ihnen zugefügten Unrechts leiden, umgegangen werden soll.

Author
Zauzich, Maria-Christine
Publisher
Schriftenreihe Gerechtigkeit und Frieden der Deutschen Kommission Justitia et Pax
ISBN
3-932535-39-1
Date
2002
Source
CVR - Biblioteca Virtual
Reference ID
libro-653